Die Arbeitsgemeinschaft der Puch- und  Oldiefahrer aus dem Europäischen Raum.
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Kultobjekte

Der Lack ist liebevoll aufpoliert und die Chromteile funkeln, selbst bei Uralt-Modellen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Was gibt es da nicht für technische Einzelheiten zu bestaunen! Zum Beispiel einen Antrieb mit breitem Lederriemen anstatt der Kette. Im Salzburger Museum Carolino Augusteum werden derzeit viele Erinnerungen geweckt. Ein Lokalaugenschein

Seit kurzem drücken sich junge und ältere Passanten die Nase platt an der Glasfront, denn sozusagen in der "Auslage" des Salzburger Museums Carolino Augusteum steht ein Ding mit besonderem Seltenheitswert: In leuchtendem Gelb-Rot lackiert ist diese "Böhmerland", ein 1929 im heutigen Tschechien produziertes Gefährt. Es ist ein "Reisemodell" - das heißt, drei Leute (und einiges Gepäck) fanden auf dem überlangen Ding Platz. Mit 18 PS kam man damals immerhin auf eine Geschwindigkeit von achtzig Kilometern pro Stunde.

"Wenn all die Leute, die dieses exotisch wirkende Motorrad bewundern, auch hereinkämen ins Museum, könnten wir Besucherrekorde melden", schmunzelt Museumsdirektor Erich Marx. Keine Frage: Mit der Ausstellung "Motorradkult(ur)" hat er ein zugkräftiges Thema. "Technik ist eben Teil unserer Kulturgeschichte", sagt er. Die Schau ist nicht nur für Motorradfreaks anregend, denn zu jedem Modell - je eines pro Jahrzehnt seit 1900 - stehen hier alle möglichen Alltagsdinge der jeweiligen Epoche. Das kann also ein Uralt-Radio sein oder eine in buntem Licht flackernde Musicbox, ein Kinderwagenmodell der Zwischenkriegszeit oder ein Frühmodell von Home-PC. Ein gutes Jahrhundert Mode, Möbel, Motorräder...

Im Übrigen haben die Motorraderzeuger ja selbst beigetragen zum "Kult(ur)-Status" ihrer Erzeugnisse. Der legendäre österreichische Fahrrad- und Motorrad-Erzeuger Johann Puch (1862-1916) hat schon gewusst, warum er seinen rotfarbenen Namenszug mit Goldschnörkseln verzierte. Es galt beim Motorradbau ja immer, sorgsam zwischen technischen Anforderungen und Design abzuwägen. Jedes historische Modell lässt dieses Spannungsfeld heute noch spüren, und genau das macht den Reiz einer solchen Ausstellung aus.

Vor zwei Jahren ist
Helmut Krackowizer, Österreichs legendärer "Motorrad-Professor", gestorben. Der ehemalige Salzburger Motorrad-Rennfahrer und spätere nicht minder prominente Journalist hat die Schau noch angeregt, die jetzt eine posthume Ehrung für ihn ist, der 1922 in Oberösterreich zur Welt gekommen ist. Viele der Fotos und Schaustücke kommen aus der Privatsammlung, die Krackowizer zusammengetragen hat.

Infos im Internet:
www.smca.at

Helmut Krackowizer 


Puch 350 GS Bj. 1944, Originaler Wehrmachts-Zustand

Berichtigung: lt. eines Mitgliedes ist die Maschine eine zivile Ausführung, da beim Militär hinten nie
Federn verwendet wurden und es dort auch keine hochgezogenen Auspuffanlagen gab.

Puch 350 GS Bj. 1944, Originaler Wehrmachts-Zustand
Die Korrektur stammt von Hugo Brandstetter
http://www.1.msc.steyr.at.tf/


Die Bilder und Artikel stammt aus dem Buch 101 Jahre Österreichische
Motorrad- Hersteller 1899 - 2000 vom Weishaupt Verlag

Das ist die original- Wehrmachtpuch 350 GS. Keine hochgezogenen Auspuffrohre, wegen der beiderseits montierten Metallkofer, am Bild nur das Traggestell, so wie das Wichtigste: Keine Hinterradfederung ! Die Zivilausführung hatte hinten Federn, die waren aber offen. Daher blieben diese bei Schlammfahrten stecken. Das konnte im Einsatz übel werden !
Es gab noch mehrere Einzelheiten, welche sich unterschieden.
Gebaut wurde die 350er bis Anfangs 1945. Wir hatten in Steyr noch eine ganze Halle fabrikneu bei uns stehen. Diese gingen aber nicht mehr an die Front. Bestens bewährte sich dieses Modell in Afrika.

Das Bild der drei Mititärpuchs stimmt. Es wurde nach dem
österreichischen Vorkriegs- Bundesheer auch dei der deutschen
Wehrmacht, in Russland und Afrika mit Erfolg eingesetzt. Nach den schon
vorher beschriebenen Änderungen gegenüber der Zivilausführung. Wir
hatten im Werk 1946 mehr als 100 Stück versandfertige 350er stehen,
gingen aber wegen des Kriegsende nicht mehr weg. Diese Räder sind dann
auch ein Jahr nach Kriegsende spurlos verschwunden !
Beste Grüße, Hugo Brandstetter.
 

 


 

Marke: Rudge , Type: Racing Special, Baujahr: 1932

Rudge

Technische Daten: 1 Zylinder 4-Takt Motor, Zylinderkopf mit 4 Ventilen in radialer Anordnung

Hubraum: 250 ccm

Leistung: 20 PS

Getriebe: 4 Gang

Antrieb: Kette

Bremsen: vorne und hinten Trommelbremse

Rahmen: Rohrrahmen

Gewicht: ca. 110 kg

Fahrleistung: Höchstgeschwindigkeit ca. 140 km/h

Charakteristik: Erfolgreiche Rennmaschine mit besonderen Konstruktionsmerkmalen, u.a. Sieger bei der Junior-TT.

Hersteller: Der erste Prototyp eines Motorrades entstand bei Rudge-Whitworth 1910. Mit Rudge-Motorrädern wurden große Rennerfolge in England und auf dem Kontinent erzielt. Die Produktion endete, wie bei fast allen englischen Traditions-Marken, in den 1950er Jahren.

Quelle: Sammlung Krackowizer


Marke: Böhmerland, Type: 600 Reisemodell, Baujahr: 1929



 Technische Daten: 1 Zylinder 4-Takt Motor

Hubraum: 598 ccm

Leistung: 18 PS

Getriebe: 3 Gang

Antrieb: Kette

Bremsen: vorne und hinten Trommelbremse

Rahmen: Doppelschleifen-Rohrrahmen

Gewicht: 220 kg

Fahrleistung: Höchstgeschwindigkeit ca. 80 km/h

Charakteristik: Speziell für den nordböhmischen Raum zugeschnittenes Modell für den Transport von drei Personen ohne Seitenwagen. Da es keine Vertretungen in anderen Ländern gab, blieb die Böhmerland ein echter "Exote".

Hersteller: Albin Liebisch, Schluckenau, Nordböhmen. In der Tschechoslowakei wurde die Böhmerland unter dem Namen "Cechie" verkauft. Liebisch "erfand" die Leichtmetall-Gussräder, um das hohe Gewicht des Motorrades zu reduzieren. Die Böhmerland wurde nahezu unverändert bis zum Zweiten Weltkriege gebaut.

Quelle: Das Österreichische Motorradmuseum, Prof. Dipl.-Ing. Fritz Ehn, Eggenburg

 

letzte Aktualisierung: 16.03.2009 -S.(16)-

 

 

 
 
 

 
 

 

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