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Johann PUCH
Auf zwei Rädern zum Erfolg
* 1862 in Sakusak bei Pettau
+ 1914 in Graz

Die Geschichte der
österreichischen
Motorradproduktion
beginnt
1903 in Graz bei J.
Puch.
Obwohl
rund
30
österreichische
Motorradhersteller
bekannt sind, dominierte Puch bis 1987 mit großem Abstand den
österreichischen
Markt. Eine erste Blütezeit erlebte das
Motorrad
in der Zwischenkriegszeit (ab 1926 Puch 220). Die große Zeit des
Motorrads
waren die 50er und 60er Jahre (neue Puch 250 ab 1949). Der Boom erreichte 1956 mit 330.000 zugelassenen
Motorrädern
seinen Höhepunkt. In
Österreich
werden nur noch von KTM in Mattighofen (
gegründet
1953)
Motorräder
erzeugt.
Angefangen hat alles in einer kleinen Werkstätte in der Strauchergasse in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts: dort erzeugte der junge Schlosser Johann Puch seine ersten Fahrräder. 1899 schließlich erwarb er am Südende der Stadt eine alte Mühle mit Wasserantrieb und legte damit den Grundstein für die "Johann Puch Fahrradwerke" - heute einer der traditionsreichsten Industriebetriebe der steirischen Landeshauptstadt.
Kraft seiner unerschöpflichen Energie und Kreativität nahm Johann Puch wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung des Fahrradbaus, aber auch im Motorrad- und Autobau leistete der rennsportbegeisterte Motorpionier wichtige Entwicklungsarbeit. Bis zum Jahr 1914 konstruierte er 14 verschiedene Modelle - darunter den bekannten Alpenwagen, Typ VII - die im Rennsport erfolgreich im Einsatz waren. Nicht zuletzt nahm Puch auch an der Entwicklung des Flugwesens teil. So war etwa das gelbe Luftschiff der "Renner-Buben" mit einem von ihm konstruierten Motor ausgestattet. Die Fusion mit den Steyr-Werken sowie die Zerstörung eines großen Teiles der Werkstätten im Zweiten Weltkrieg erlebte Johann Puch nicht mehr: er starb kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 19. Juli 1914. Motor- und Fahrradproduktion gibt es mittlerweile in Graz zwar nicht mehr, auf dem Gebiet der Fahrzeugtechnik (Allradantrieb) genießt die Firma Puch allerdings heute noch Weltruf.
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Recherche: Judith Bimeshofer, Ursulinen
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Quelle: "Johann Puch - ein Pionier der österreichischen Fahrzeugindustrie und Begründer der Puchwerke in Graz".
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Foto: Landesmuseum Joanneum, Abt. Bild- und Tonarchiv
1862: Johann Puch wurde in Pettau (im heutigen Slowenien) geboren
1870: Schon mit acht Jahren begann er zu arbeiten und machte bei einem Müller
und dann bei einem Schlosser seine Lehre.
1892:gründete er eine Fahrradfabrik.
1899 gründete er die "Erste steiermärkische Fahrrad- Fabrik-Aktien-Gesellschaft "
aus der die Steyr-Daimler-Puch Fahrzeugtechnik entstand.
1901 in verstärkte Fahrräder ließ Johann Puch Kleinmotoren einbauen. Bald wurden auch Motorräder produziert.
1906 wurde das erste Puch automobil produziert
19. Juli 1914 Johann Puch starb an einem Herz-Infarkt.
So ging es weiter
1953 - 1962 Produktion von Motorrollern
1954 - 1987 Produktion von Mopeds und Mopedrollern
1957 - 1973 Produktion der Kleinwagen-Modellreihe Puch 500/650/750 C auf Basis
des Fiat 500
1959 - 1974 Produktion des Geländewagens Puch Haflinger
1971 Beginn der Serienproduktion des Geländewagens Puch Pinzgauer
1987 Einstellung der gesamten Zweiradproduktion, Gründung der Steyr-Daimer-Puch Fahrzeugtechnik
1987. wurde vor allem mit Mercedes und VW kooperiert
Die meist produzierten Zweiradmarken seit 1960
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1960 |
1970 |
1980 |
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1)Puch 6013 |
1)Puch 21404 |
1)Puch 29146 |
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2)Vespa 688 |
2)KTM 9223 |
2)KTM 15485 |
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3)NSU 346 |
3)Vespa 785 |
3)Sachs 5155 |
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4)BMW 341 |
4)Honda 708 |
4)Honda 3228 |
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5)Jawa 275 |
5AgratiGarelli 400 |
5)Vespa 2823 |
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1990 |
1997 |
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1)Honda 3795 |
1)Honda 6003 |
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2)Puch 3249 |
2)Yamaha 4444 |
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3)KTM 3147 |
3)Derbi 3935 |
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4)Yamaha 1892 |
4)Suzuki 3271 |
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5)Vespa Piaggio 1831 |
7)Puch 2513 |
Schon Johann Puch, der Firmengründer setzte bereits um die Jahrhundertwende auf die Werbewirksamkeit von Sporterfolgen. Die Wurzeln dieser Philosophie lagen in seiner eigenen sportlichen aktiven Laufbahn als Radrennfahrer. In der Geschichte der Motorradfertigung bei Puch gab es von Anfang an ein enges Zusammenspiel zwischen Neuentwicklungen bzw. der Serienverbesserung der Versuchsabteilung und beinharter Sporterprobung. Im Zuge der Entwicklungsgeschichte der einzelnen Modelle und Typen kann man ganz genau die enge Verwandtschaft zwischen den Serien- und den Werksmodellen feststellen. Diese Tatsache gab es schon zwischen den beiden Kriegen und durch die gesamte Nachkriegsentwicklung zieht sich diese Tatsache ebenfalls wie ein roter Faden.
Ein ganz typisches Beispiel für diese Tatsache ist die Geschichte des vollverkleideten Weltrekord-Prototyps. Die Geschichte der Maschine, die heute als Teil des ehemaligen Puch-Werksmuseums im Österreichischen Motorradmuseum des Autors in Eggenburg steht, ist eine Aneinanderreihung von Kuriositäten und Zufälligkeiten, gepaart mit genialer Improvisation, fein gemixt zu einer Legende mit vier genialen Hauptdarstellern: Dem damaligen Werksdirektor Wilhelm Rösche, dem unerschrockenen Werksfahrer Hans Weingartmann, dem Flugzeugkonstrukteur und Schöpfer des legendären Schalenrahmens Erwin Musger und dem Chefkonstrukteur Walter Kuttler. Dieser war es auch, der dem Autor im Rahmen eines Interviews am 28. März 1989 die Story der Rekordmaschine erzählte.
In den Jahren 1946/47 entstanden im Versuch drei vermeintlich identische Sportmotoren auf Basis der seit dem Jahr 1938 entwickelten 125-er. Jeder dieser Motoren wurde im Fahrgestell der Serien 125 TT bei verschiedenen Versuchsfahrten auf Herz und Nieren geprüft. Bei einer vergleichenden Versuchsfahrt in der Nähe von Frohnleiten stellte sich die von Kuttler gefahrene Maschine als die schnellste heraus. Dieser Motor erreichte auf Anhieb rund 114 km/h. Alle drei Motoren wurden anschließend wieder und immer wieder zerlegt und untersucht, vermessen und wieder zusammengebaut. Es konnten keinerlei Unterschiede festgestellt oder gemessen werden, der Motor der Kuttler- Maschine war immer der schnellste. Allerdings hatte er mit Zündaussetzern bei hoher Geschwindigkeit zu kämpfen. Daraufhin wurde die Maschine auf Doppelunterbrecher umgerüstet, die Zündprobleme waren behoben. Bei den Versuchen wurden rund 3.000 km gefahren, der Motor immer wieder ausgebaut und verbessert. So fuhr Kuttler u. a. die Strecke Graz-Bruck/Mur (56 km) bei den damaligen schlechten Straßenverhältnissen in nur 40 Minuten. Die Neugierde der Versuchstechniker war geweckt: Was würde der kleine 125er-Motor erst bei Umstellung auf Bio-Treibstoff an Leistung bringen? Die Leistungswerte des nunmehr mit Benzin/Benzol/Alkohol-Gemisch gefahrenen Motors stiegen weiter an und er blieb vor allem standfest. Noch immer eingebaut ins Serienfahrgestell wurde er gnadenlos über die Pack, das Gaberl und sämtliche Klassiker des Geländesports geprügelt.
Direktor Rösche grübelte schon lange darüber, mit welchem spektakulären Ereignis man das 50-jährige Firmenjubiläum von Puch im Jahr 1949 begehen könne. Ja, ein Geschwindigkeitsweltrekord in der 125er Klasse, das wäre schon was. Da gab es auch den unerschrockenen Werksfahrer Hans Weingartmann, sehr drahtig, mit einer Jockey-Statur und nur 49 kg �als nasser�. So wurde zunächst einmal der schnelle Motor in eine modifiziertes Fahrwerk mit einer eigens konstruierten, extrem leichten und stabilen Upside Down Gabel und schmalem 21-Zoll-Vorderrad eingebaut, schließlich wurden noch zwei offene Auspufftüten angefertigt. Die Frage, woher man denn diesen Spezialreifen in der damaligen Notzeit genommen habe, tat Ing. Kuttler mit einem lockeren: Na ja, den haben wir bei einem Grazer Händler aufgetrieben ab.
Ing. Musger sollte nun für dieses Fahrgestell eine strömungsgünstige Vollverkleidung nach den Maßen von Weingartmann zu konstruieren. So musste denn der arme Weingartmann stundenlang auf dem spartanischen Arbeitsplatz, der auf Foto (innen) zu sehen ist, Modellsitzen, die Techniker nahmen die Maße ab und Musger setzte diese in eine rollende Flugzeugkanzel aus Balsaholz und Aluminium um. Der Fahrer musste bei abgehobener Haube in die Maschine steigen, am Hinterende der Verkleidung konnte er seine Füße durch zwei Klappen ins Freie strecken und sich so notdürftig abstützen.
Die Maschine wurde im Herbst 1948 fertig und wurde dann zu Zwecke der Rekordfahrt auf das Salzburg-Lieferinger Autobahndreieck auf der Ladefläche eines Steyr 370 LKW verpackt. Fahrer Weingartmann, ein Kollege aus dem Versuch und eine der niemals in Serie gegangenen Puch 250 N als Ordonnanzfahrzeug wurden auf die offene Ladefläche verfrachtet, Kuttler, der auch die Organisation über hatte und Dir. Rösche sowie ein weiterer Helfer hatten im Führerhaus Platz genommen.
Es war eine Fahrt ins Ungewisse, denn Österreich war ja in vier Besatzungszonen geteilt und man musste über die Steiermark und Oberösterreich nach Salzburg kommen. Die Fahrt im Herbst war bitter kalt und beschwerlich, man wechselte sich beim Fahren ab und im Rotationsprinzip durften immer drei im geheizten Fahrerhaus sitzen.
Ein weiteres Problem bestand in der Tatsache, dass ja die Amerikaner als Besatzer über das Lieferinger Straßenstück bestimmten und auch als militärische Rollbahn benutzten. Sie lehnten das Ansinnen, die Versuchsfahrten auf der langen Gerade (bis Freilassing in Deutschland) durchzuführen, trotz vorheriger Ankündigung und persönlicher Anwesenheit des Werksdirektors ab. Erst nach langem Hin und Her wurde jedoch bewilligt, am österreichischen Teil zu fahren, die in Aussicht genommene lange Gerade bis Freilassing durfte wegen des damit verbundenen Grenzübertrittes nicht befahren werden. Doch stellten die Amis einen mit roten und grünen Fahnen ausgestatteten Ordnerdienst. Rösche und Kuttler organisierten dazu einen Zeitnehmer der OSK, das Rennen gegen die Zeit und die Witterung konnte beginnen.
Weingartmann fuhr einen Tag lang. Zu den engen Platzverhältnissen in der Maschine merkte Kuttler an, daß ja Weingartmann damals ein verhungertes Bürscherl gewesen sei, der gerade aus den Krieg heimgekehrt war. Durch die Art der Verkleidung war Weingartmann förmlich in die Maschine eingesperrt, und das mit laufendem Motor. Kuttler und seine Helfer waren unterwegs mit der Puch 250 N. Weingartmann wurde beim Start angeschoben und am Ende der Messstrecke wieder abgefangen, da er ja nur mit den Zehenspitzen aus den Verkleidungsklappen heraus Balance halten konnte. Die Fahrten waren ein Kampf gegen die Zeit, da der amerikanische Kommandant nur für zwei Tage die Strecke stundenweise freigegeben hatte, der militärische Verkehr durfte ja nicht zum Erliegen kommen. Und sie waren ein Kampf gegen die widrigen und stürmischen Witterungsverhältnisse. Dennoch brachte die Maschine eine Spitzengeschwindigkeit von über 170 km/h auf die Piste. Gegen Abend frischten die Böen weiter auf und Dir. Rösche fällt die folgenschwere Entscheidung, die Rekordfahrten abzubrechen, da die Maschine infolge der mächtigen Verkleidung zu unstabil war. Seine Begründung: Lieber keinen Rekord als einen Toten oder Verletzten.
Es kam daraufhin zu keinem weiteren Einsatz der Maschine mehr, der Motor blieb bis heute unverändert im Rekordfahrgestell. Die Maschine wurde also dezidiert seit November 1948 niemals mehr gefahren, der geplante Weltrekord anlässlich des 50-Jahrjubiläums des Werkes im Jahre 1949 kam nicht zustande. Auch die im Jahr 1951 geplanten Rekordfahrten unter dem Franzosen Moury (s. dazu Das große Puch Buch, Weishaupt Verlag (des Autors) wurden aus Gründen, die nicht mehr geklärt werden können, niemals durchgeführt.
PUCH Weltrekord Prototyp 1948
Basis: Puch 125 TS, Alkoholbetrieb.
Konstrukteur: Ing. Erwin Musger, Flugzeugkonstrukteur und "Vater" der Schalenrahmen Modelle von Puch.
Fahrer: Hans Weingartmann. Er wog damals 49 kg und passte genau in die "maßgeschneiderte" Verkleidung. Er wurde von zwei Helfern gestartet und am Ende der Messstrecke abgefangen. Er stieg bei abgehobener Kanzel in die Maschine und hielt die Balance durch die beiden Fußklappen.
Der Rekordversuch fand im Spätherbst 1948 auf der Autobahn Salzburg-Freilassing statt. Es wurden über 170 km/h erreicht. Infolge Seitenwindes ließ Direktor Rösche die Weltrekordfahrt stoppen und es wurden die erreichten Geschwindigkeiten nie offiziell anerkannt.

Quelle: http://www.motorradmuseum.at/
letzte Aktualisierung:
25.10.2004
-S.(6)-
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