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In den Fußspuren von Jarno Saarinen

Alle Beiträge werden Sporadisch aktualisiert, bitte schauen Sie immer mal wieder vorbei.


Foto vom ersten Nachkriegsrennen in Grossraming bei Steyr.
Nr. 6 = Brandstetter Hugo
Nr. 10 = Embacher Ernst.
Beide auf PUCH 125 TT 1948.


 Das Foto stammt aus dem Fundus von Hugo Brandstetter: Motorsportclub Steyr.


 

Jarno Saarinen  der fliegende Finne

Es mag Leute geben die behaupten das Puch Motorräder, insbesondere Rennmotorräder, nicht's besonderes sein. Wie jemand so was behaupten kann, kann ich und nehme mal an alle anderen Puch Fahrer auch nicht verstehen. Den besten Beweis das Puch auch im Rennsport im Stande war Erfolge zu Feiern lieferte zu Vorkriegszeiten die Legendäre Werks-Puch Ladepumpe 250, und nach dem Krieg zahlreiche Werksmaschinen in den Klassen 125, 175 und 250cc. Doch auch Privatfahrer, und vor allem auch außerhalb der Landesgrenzen zeigten Rennfahrer das Puch Motorräder gut für Rennsiege waren!

Vor allem Fahrer wie Jan Dekker in Holland oder Werner Haas in Deutschland machten auf Puch auf sich aufmerksam. Doch der wohl bekannteste war der Finne Jarno Saarinen, geboren am 11. Dezember 1945, Weltmeister 1972 und um's Leben gekommen in Monza am 20. Mai 1973.

Er wurde mit Yamaha Weltmeister und Vizeweltmeister 1972, und im Jahr 1973 sogar Werksfahrer, wo er bis zum 4 Rennen in Monza in Italien alle Rennen bei den er Startete und durchkam, also 250cc und 350cc, gewann (Frankreich, Österreich u. Deutschland).

Eine wohl unvergessene Größe, auch wenn er "nur" einmal Weltmeister wurde!

Dieser Künstler auf zwei Rädern begann, und das wissen nicht alle, seine erfolgreiche Karriere auf Puch. Schon in jungen Jahren begann er in Finnland auf Puch Eisrennen und Sandbahnrennen zu Fahren, und dies auch sehr erfolgreich. 1965 sollte er auch Finnischer Eisrennmeister werden, auf Puch!

Im selben Jahr begann er auch auf einer 250er Puch SGSS Straßenrennen zu fahren, und das Eis Rennfahren war eine gute Schule dafür. So wurden auch viele andere Leute wurden auf den Jungen aufmerksam. So auch das Tunturi-Werk in Finnland, mit deren Hilfe über den Winter 1965/1966 dann auch eine richtige Straßenrennmaschine aufgebaut wurde. Beim Motorrad handelte es sich um eine Puch 250 mit Doppelkolben Motor, einer so genannte SGSS mit 2 Vergasern! Es wurde ein Rahmen gebaut, der Grauguss Zylinder durch einen Aluminium Zylinder ausgetauscht und eben alles überarbeitet. Die Leistung sollte nun bei ca. 24PS bei 8000U/min stehen und sie sollte für 150km/h Höchstgeschwindigkeit gut sein. Mit dieser Rennmaschine, der "Olstedt" Puch, fuhr Jarno in den Jahren 1966 und 1967 sehr erfolgreich in der Finnischen Meisterschaft. Doch irgendwann ist jetzt auch die Doppelkolben Technik der 250er SGSS nicht mehr konkurrenzfähig, die SGSS wurde ja schon 1954 entwickelt. Deshalb setzte er ab 1967 auch schon auf eine Puch 125 mit M Einkolbenmotor. Der Chef vom Tunturi Werk Esko-Matti Harkke konnte 1967 direkt vom Puch-Werk eine M 125 Produktion Racer erwerben, mit leistungsgesteigertem 21PS starken Motor bei 10500 U/min. Mit dieser Rennmaschine fuhr Jarno 4 Jahre lang.

1968 Startete er zum ersten mal außerhalb Finnlands, am Salzburgring mit der 125er Puch, und das auch sehr schnell, was natürlich sehr gut ankam in Österreich, dem Land der Puch's.

Im selben Jahr noch Startete er mit der Puch auch noch beim WM Lauf in Imatra, dem Großen Preis von Finnland, er verpasste nur knapp einen WM Punkt und wurde 11er!

1969 wurde er Finnischer Meister mit der Puch 125, und 1970 startete er noch genau 3-mal mit der Puch bei WM Läufen, in Frankreich, in Holland und in Finnland.

Beim GP von Frankreich in Le Mans musste er und seine 125er Puch leider frühzeitig aufgeben, und mit einer inzwischen erstandenen Yamaha 250 wurde er Vierter.

Dutch TT, der GP von Holland in Assen, Jarno war mit der Puch auch wieder dabei, leider hatte die Puch nun mehr keine Chance gegen die Werks Teams von Suzuki, Derbi oder Kawasaki. Er konnte zwar fahrerisch noch einiges gut machen, doch die 125er hielt leider wieder nicht durch. Mit der Yamaha wurde er 3er bei den 250ern.

Gerade beim Heim-GP in Finnland in Imatra hatte er Pech, der einzige komplett Ausfall, die Puch hielt nur eine Runde, und mit der Yamaha musste er auch mit Kurbelwellen Schaden aufgeben.

Das war auch der letzt Einsatz mit der 125er Puch, doch sie hat Ihn zu einigen Rennsiegen, und einen Meistertitel verholfen, wie auch die 250er Puch.

Bis zum besagten Jahr des letzten Einsatzes fuhr er 7 Jahre auf Puch, zwei Jahre später wurde er Weltmeister auf Yamaha bei den 250ern und Vize bei den 350ern, also 1972.

1973 als Werksfahrer stützte er und Renzo Pasolini (Aermacchi, ITA) bei einem Massensturz schwer und beide kamen ums Leben. Auf den besagten Tag in Monza möchte ich hier nicht so genau eingehen. Denn wer jetzt noch mehr über den fliegenden Finnen Jarno Saarinen erfahren möchte, da gibt's auch ein Buch, das wirklich sehr interessant ist, und Jarno in allen Lagen zeigt, als Fahrer und als Privatmann, mit vielen schönen Bildern und mit allem was so dazu gehört, das ganze auf 206 Seiten!

Wo gibt’s das?

Text&Technik Verlag

Im Neuenbühl 19

D - 71287 Weissbauch


IBAN 3-93 25 63-20-4

 

Geschrieben von Klaas Tjassens, einen Saarinen Fan und auch Freund von ihm aus alten Zeiten.

Tjassens baute auch eine Replica der "Olstadt" Puch, das dauerte einige Jahre und sie entspricht dem Original fast genau!

 

Jarno Imatra 1972

Jarno Yamaha

Puch Olsted 250 RS

Puch Tunturi 125 1968

Puch Tunturi 125 M

Saarinen Puch GP Le Mans 1970

Saarinen Yamaha 250ccm

Autor: Alex Linortner

 

 
 
 

 
 

 

Die Titel - Story in Bildern und Begleittexten.

Aus einem Haufen Schrott soll sich was entwickeln!

Der Werdegang einer erfolgreichen Arbeit

 

Rennmaschinen250