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PUCH Motorräder
Kurzgeschichte der Motorradproduktion bei Puch

Puch
Motorräder und Mopeds dominierten den
österreichischen Markt bis 1987 mit großem Abstand. Eine erste
Blütezeit erlebte das Motorrad in der Zwischenkriegszeit (ab 1926 Puch
220). Die große Zeit des Motorrads waren die 50er und 60er Jahre (neue
Puch 250 ab 1949). Der Boom erreichte 1956 mit 330.000 zugelassenen
Motorrädern seinen Höhepunkt.
Anfang Februar 1987 wird das Ende der
Motorradproduktion in Graz verkündet. |
1900:
Das erste motorisierte Fahrzeug von Puch ist ein
Dreirad mit einem zugekauften, luftgekühlten Einzylindermotor. Es
trägt die Typenbezeichnung "D"-.
1903:
Beginn der serienmäßigen Motorradfertigung. Das erste
Modell besitzt einen luftgekühlten Viertakt-Einzylindermotor mit 25 PS
und wird von zeitgenössischen Medien als sehr "racinglike" empfunden.
1906:
Puch-Fahrer Eduard Nikodem gewinnt den " Coupe
Internationale ", eines der prestigeträchtigsten Rennen dieser Zeit,
gegen stärkste europäische Konkurrenz.
Bild: Das Motorrad des Siegers hatte einen
905-cm³-V-Zweizylinder Motor, wog aber dank Fahrrad-Rahmens nur 50 kg
Quelle:
http://vi01n116.members.eunet.at/Krackowizer |
Einführung der Teleskopgabel
1911:
Sensation beim Bergrennen auf der Ries! Der Wiener
Amateur Robert Medinger stellt auf einer Puch-Rennmaschine den
Streckenrekord ein und ist schneller als ein 200-PS-Rennwagen von
Benz!
1912:
Puch führt die Einzylindertypen R1 und R2 ein. Die R2
besitzt die erste echte Teleskopgabel der Motorradgeschichte. Sie
erreicht mit einem 274-ccm-Einzylinder 50 km/h.
Bild:
Diese R2 von 1914 hatte einen 1 Zylinder 4-Takt sv Motor : mit 390 ccm
Hubraum und ca. 2,5 PS, 1 Gang Getriebe. Riemenantrieb, Klotzbremse,
offener Einfachrohrrahmen. Gewicht: ca. 75 kg
Besonderheit: Teleskopgabel
Teleskopgabeln wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg
Standardausrüstung bei Motorrädern.
Quelle:
http://www.smca.at/
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Marcellinos Geniestreich: Der Puch Doppelkolben Motor
1922:
Puchs Motorradfertigung steht nach dem Ersten Weltkrieg
vor dem Abgrund. Der mit der Liquidation beauftragte italienische
Ingenieur Giovanni Marcellino erkennt allerdings das Potential des
Unternehmens und spricht sich für eine Sanierung aus. Er entwickelt
den Zweitaktmotor mit Doppelkolben-Prinzip, der für Puch bis in die
siebziger Jahre prägend sein sollte. Seine Vorteile: hohe
Bergleistungen, einfache Bauweise, enorme Zähigkeit.
1923:
Das erste Motorrad mit der neuen Technik heißt "LM",
hat 122 ccm und leistet 2 PS. Dem eigenwilligen Benzintank verdankt es
den Spitznamen Zeppelin-Puch.
Bild:
"Zeppelin" Puch LM
Quelle:
http://www.oldtimerwelt
1924:
Durch die Kopplung zweier LM Motoren baut Puch eine LM
2, die vorerst nur für den Rennsport gedacht ist. Mit ihr sowie mit
einem 175er Modell mit Ladepumpe werden eine Reihe nationaler und
internationaler Triumphe errungen.
1929:
Die Puch 250 wird präsentiert und in der Folge mit rund
19.000 Stück das meistverkaufte
Motorrad der Zwischenkriegszeit, aufgefächert auf Touren- und
Sportmodelle. 6 PS bedeuten bereits rund 90 km/h, in der Sportversion
gar 100 km/h. Mit dem Tourenmodell fahren Max Reisch und Herbert Tichy
bis Indien. Die Erkenntnisse daraus fließen in ein Sondermodell ein. |
Unschlagbar: Puch S4
Die besondere Technik der Puch-Fabrikate brachte der
Marke in ganz Europa ein hervorragened Renomee. In allen Ländern
Europas wurde das starke Interesse durch die Haltbarkeit und
Zuverlässigkeit der Puch Modelle noch verstärkt.
Zwischen 1934 und 1939 kamen sechs neue Modelle aus den
Hallen des großen Industriebetriebes Steyr-Daimler-Puch A.G., darunter
fünf Modelle mit Doppelkolben- Zweitaktmotor.
1934:
Das wohl charismatischste Puch-Motorrad der
Zwischenkriegszeit wird vorgestellt: die S4 mit ihrem großen
Scheinwerfer. Sie stellt die Sportversion der 250er Modellreihe dar,
leistet 10,5 PS und erreicht 110 km/h.
Bild: Wer bei einem der vielen
Bergrennen in Österreich der späten 30er Jahre um den Sieg mitfahren
wollte, der musste auf einer S4 Sitzen.
Bildquelle:
amicale.puch.free.fr
1936:
Puch baut erstmals seit dem Ersten Weltkrieg ein
Viertakt-Motorrad, die P 800. Der Vierzylindermotor besitzt einen
Zylinderwinkel von 170 Grad - eine Sonderstellung zwischen Boxer- und
V-Motor, Die 195 Kilo schwere und 20 PS starke Maschine wird nur 550
Mal gebaut.
1937:
Puch konstruiert wieder ein Volksmotorrad. Die 200 mit
Preßstahlrahmen verkauft sich bis 1940 fast 10.000 Mal: Ihr
Kampfpreis: 980 Schilling.
Bild:
Möglicherweise war das Motorrad ja so günstig, weil man bei den
Entwicklungskosten sparte. Es wäre doch, naiv betrachtet, möglich,
dass der Kastenrahmen der Puch 200 von der Zündapp DK 200 kopiert
wurde. (Vergleiche:
Zündapp 200 auf Motoclub.de)
Bildquelle:
amicale.puch.free.fr
1938:
Die 350 GS - für Geländesport - ist das erste Modell
mit serienmäßiger Hinterradfederung. Die Auspuffanlage wird
hochgezogen, der Motor mit 14 PS für 120 km/h gerüstet.
In diesem Jahr gibt es aber noch eine zweite
Überraschung: die Puch
Styriette. Ein kleiner Zweitaktmotor in einem Fahrradrahmen leistet
1,3 PS, man erreicht 30 km/h und kann bei starken Steigungen
mittreten. |
Ein Volk auf zwei Rädern
1946:
Das erste österreichische Nachkriegsmotorrad heißt Puch
125. Als Neuerung weist die 125 wieder einen längslaufenden Motor auf,
die Kupplung sitzt nun erstmals auf der Hauptwelle des Getriebes -
nicht, wie bisher, in der Hinterradnabe. Die 125 übertrifft auf Anhieb
alte Verkaufszahlen früherer Typen: Über 60.000 Stück werden bis 1953
zugelassen.
1949.
Bild:
250 TF Bj. 49
Puch setzt einen neuen
Meilenstein: Die elfenbeinbeige lackierte 250 TF ist das
Nachfolgemodell der S 4. Mit dem Sportmodell TFS werden Prestige-Siege
(24 Stunden Bol d’Or, 1951) und viel beachtete Rekorde eingefahren.
Eine neue, Aufsehen erregende Motorradgeneration wird
präsentiert. Alle Modelle der neuen Reihe weisen ein gemeinsames
Merkmal auf: Sie haben einen neu entwickelten Schalenrahmen der von
vielen Motorradmarken (z. B.: Honda) übernommen wurde, und bei den
Mopeds bis in die achtziger Jahre gebräuchlich war.
Der Schalenrahmen, der verwindungsfester als alle
anderen Rahmentypen war, wurde von Ing. Erwin Musger, einem
Flugzeugtechniker in Diensten bei Puch, erfunden.
1952:
Puch trägt dem Roller-Boom
Rechnung und präsentiert den R einen Achtelliter-Roller mit
Einkolben-Zweitakter und Gebläsekühlung. Teleskopgabel und große
12-Zoll-Reifen machen ihn zum erwachsenen, sicheren Gefährt
Bildquelle:
www.stern.de
1953:
Bild:
Puch SV 175
Puch stellt die Modelle 125 und 175 SV sowie deren sportliche Derivate
SVS vor - mit Schalenrahmen und Vollnabenbremsen. Diese MotorradReihe
wird zu der erfolgreichsten in der Geschichte Puchs. Allein von der
175 SV werden über 80.000 Stück gebaut. In diesem Jahr wird auch ein
weiterer Bestseller lanciert: die große Modellreihe 250 SG (steht für
Schwinggabel) und SGS. Diese Reihe bleibt mit Modifikationen bis 1970
am Markt und ist das letzte Modell mit Doppelkolbenmotor.
1954:
In diesem Jahr erscheint das Moped MS 50, die"
Stangel-Puch". Im Gegensatz zu anderen Mopeds wird die MS 50 nicht vom
Fahrrad, sondern vom Motorrad abgeleitet und weist daher alle Vorzüge
größerer Modelle auf.- Schalenrahmen, Zweitakter mit Gebläsekühlung,
Zweigang-Handschaltung. Die MS 50 bleibt 28 Jahre lang am Markt.
Bild: MS 50
1959:
Der zweisitzige Mopedroller DS 50 , - genannt "Daisy" -
wird präsentiert. Im Volksmund auch "Maurer-Honda" genannt,
wurde dieses unverwüstliche Fahrzeug besonders als billiges und
zuverlässiges Fahrzeug für den Berufsverkehr geschätzt (Anm. ). Er
wird bis 1981 gefertigt.
Bildquelle und Linktipp:
amicale.puch.free.fr |
1962:
Ein neues Gesetz der Schweiz
schafft eine neue Fahrzeugkategorie: billige Motorfahrräder. Puch
reagiert und baut das Modell X 30 mit gebläsegekühltem Motor, das in
seiner ersten Version keine Hinterradfederung besitzt. Dieser
Vorläufer des Puch Maxi bleibt bis zum Ende der Zweiradproduktion im
Programm.
Puch X30 im
Web
www.zuckerfabrik24.de
1966:
Nach mehr als zehnjähriger
Pause Präsentiert Puch wieder ein neues Motorrad. Die M 125 besitzt
ein kantiges Design, einen funktionellen Einkolben-Zweitakt-Motor mit
sensationeller Literleistung und ein tolles Fahrwerk. Trotzdem sollte
es das letzte Straßenmotorrad Puchs sein, denn bis 1971 werden gerade
10.800 Stück gebaut.
Bild: M125, Bildquelle:
www.bikez.com
1969:
Der Stückzahlenkaiser der Unternehmensgeschichte
erscheint: das Maxi. Dieses robuste, wirtschaftliche Mofa besitzt
Automatikgetriebe und Blechpreßrahmen. Bereits nach neun Jahren wird
das millionste Maxi erzeugt, insgesamt werden rund 1,8 Millionen
Exemplare gebaut. |
Glanz und Ehre vor dem Untergang
"Vor ihrem jähen
Ende in den 80ern erlebte die Fahrrad- und Motorrad-Produktion in Graz
ihren ultimativen Höhepunkt."
1970:
Puch wendet sich dem
Offroad-Sektor zu. In diesem Jahr kommen die Enduro-Modelle MC 125 und
MC 175 auf den Markt. Bereits Ende der sechziger Jahre konnten mit den
parallel entwickelten Motocross-Modellen mehrere EM-Titel gewonnen
werden.
Bild: MC 125. Die Cobra T schon zu erkennen
1975:
Harry Everts wird auf einer Puch MC 250
Motocross-Weitmeister Puch legt eine 95 Stück umfassende Sonderserie
von Replica-Modellen auf Ab diesem Jahr erhalten sämtliche
Puch-Serienmotorräder über 80 ccm RotaxMotoren. Und am Mopedsektor
taucht wieder ein legendärer Name auf. Puch Monza.
Foto: Harry Everts 1975 mit seiner
Werks-Puch 250. Quelle:
www.geocities.com/motohistory
1976:
Puch lanciert eine komplette Palette an Motocross- und
Enduromotorrädern zwischen 50 und 250 ccm, die gemeinsam mit dem
italienischen Puch-Importeur Frigerio entwickelt werden.
1977
Puch führt ein neues Kleinmotorrad im futuristischen
Porsche-Design ein: die Cobra.
Bildquelle:
http://fototar.t-online.hu
1978:
In diesem Jahr erzeugt Puch die meisten Fahrzeuge der
Unternehmensgeschichte: 270.000 Mopeds und Motorräder sowie 350.000
Fahrräder
1986:
Das Supermaxi bringt einen verbesserten,
schadstoffoptimierten Motor sowie eine Version mit Katalysator - eine
Weltpremiere. Zeitgleich wird in Österreich die Helmpflicht für Mopeds
eingeführt, worauf der Markt für diese Fahrzeuge zusammenbricht..
1987.
Anfang Februar wird das Ende der Motorradproduktion in
Graz verkündet. Die damit zusammenhängenden Markenrechte erwirbt der
Piaggio-Konzern, der bis heute in einigen Exportländern (darunter
Österreich) den Namen Puch verwendet. |
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Die Titel - Story in
Bildern und Begleittexten.

Der Werdegang einer erfolgreichen
Arbeit
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