"Schräglage"

                        Ein Bericht vom Technischen Museum Wien

 

Wer ist nicht froh, wenn der Winter wieder vorbei ist und man wieder auf's Motorrad steigen kann, und so machen sich die Meisten natürlich im Winter auf den Weg in die Werkstatt und ihr bestes Stück wieder fit für die Saison. Aber um das Warten etwas zu verkürzen, ist es auch eine gute Zeit, um mal ins Museum zu gehen. Ganz besonders dann, wenn das Technische Museum ruft. Nachdem die letzte Ausstellung im Technischen Museum, "Sieger Typen", die sich mit dem Motorradrennsport beschäftigt hat, und sich um die etwas älteren Vorkriegsmaschinen drehte schon wieder 3 Jahre zurück liegt, gab's heuer, 2005, wieder eine Ausstellung. Dieses mal unter den Titel "Schräglage", die sich diesmal mit Nachkriegsmaschinen beschäftigt hat. Angefangen von der ersten Puch Werksrennmaschine nach dem Krieg, also 1948 bis zum ersten Straßen Superbike von KTM, das nächstes Jahr in Serie gehen soll.

Mit 8 Euro Eintritt auch nicht teuer, denn man bekam nicht nur ca. 80 ausgestellte Rennmaschinen, Serien Bikes, Moto Cross Maschinen, Supermoto's, Classicer, Gespanne, Rollen, usw. zu sehen, sondern konnte damit auch in alle anderen Bereiche der Technik im Technischen Museum Abtauchen, also mit dem Kauf der Karte konnte man sich alles, was Ausgestellt ist bzw. war, und das ist wirklich groß, Anschauen.

Es war wirklich sehr gut gemacht, nicht nur schöne Motorräder, sondern auch 6 große Bildschirme, auf denen man sich entweder den Martin Schneeweiss auf der Sandbahn, Gespanne beim Wiener Höhenstraßen Rennen, Puch's bei Motocross Rennen, die 500er beim Autobahnrennen Salzburg-Liefering 1956, einen WM Lauf auf den Salzburgring mit Barry Sheene als Hauptdarstellen und vieles mehr Anschauen konnte, neben den 6 großen Bildschirmen geb es dann noch weitere kleine Spezials auch mit Themen unter anderem zum Sport auf zwei Rädern!

Man konnte sich aber genau so schöne alte Rennbilder von Straßen - oder Bergrennen in Österreich oder z.b. Bilder vom schnellsten Österreicher auf 2 Rädern, dem Rupert Hollaus, die genau über der Rennfox hangen, mit der er 1954 Weltmeister wurde. 

Die Motorräder wurden natürlich von Mitarbeitern bewacht, und die neue KTM RC8 die noch gar nicht auf den Markt ist stand in einen Glaskasten, und genau so wie alle anderen auf einem schönen weißem Podest mit der dazu gehörigen Erklärung und der Herkunft, oder besser gesagt dem Leihgeber, und so stand da zum Beispiel öfters mal "KTM Sportmotorcycle AG", "Faber Wien", "Motor-Sport-Museum Hockenheimring", "Österreichisches Motorradmuseum", privat Leute oder eben auch das Technische Museum oben, also wirklich eine bunte Mischung

Also was gab's jetzt alles zu sehen, fangen wir mal bei den an um das sich diese Seite eigentlich dreht, und auch für mich war ein Highlight die 125er Werks Puch aus 1948. Die jetzt sehr schön restauriert im Besitz des TMW ist, aber leider nicht gefahren wird, schade zwar, aber egal jetzt. Es handelt sich dabei um eine Wassergekühlte Doppelkolben 2 Vergaser Puch mit ca. 11PS(!) Leistung und 125 ccm Hubraum. Diese zierlich anmutende Werksmaschine mit ihren 88 Kg und mit ihren min. 130db lauten Megaphon-Tüten wurde nach dem Krieg vom bekannten Voralberger Kurt Schneeweiss zum Beispiel in Rankweil eingesetzt und sollte bereits für 125Km/h gut sein. Leider war es zu dieser Zeit aus politischen und wirtschaftlichen Gründen nicht oft möglich den anderen Marken bei internationalen Rennen den Rücken zu zeigen, doch bei den wenigen Begegnungen erwies sich die kleine Puch als starker Gegner.

Gleich neben dieser Puch stand auch schon die nächste Werks Puch, die Weltrekord Puch aus dem Museum von Fritz Ehn. Entstanden in den Jahren 1946/47 unter Erwin Musger, und Gefahren vom Hans Weigartmann, blieb sie seit ihrem letzten Einsatz im Nov. 1948 auf der Autobahn Salzburg - Freilassing bis heute unverändert!

Die beiden Werks Puch's sollten nicht die Einzigen sein, noch eine Weitere vom Edi Maglot ausgeliehene 250er Werks Puch stand ganz stolz auf ihrem Podest. Sie stand genau so gut wie neu dar wie die meisten der ausgestellten Maschinen, es handelt sich sozusagen um die Vorgängerin der TFS, erfolgreich war sie unter anderem bei der Alpenfahrt 1950 und gefahren wurde sie damals von den Werksfahrern Weingartmann, Krammer und Cmyral. Die Leistung soll bei 15 PS liegen und sie soll eine Spitze von 140Km/h erreichen.

Weiter's unter den Maschinen zu finden war eine Puch 250 SG, die früher in einer techn. Hochschule stand, und sozusagen ein Schnittmodell ist.

Ein sehr schönes TF-Gespann, und schönen Bildern im Hintergrund konnte man auch bewundern.

Noch immer nicht genug? Weiters gabs an Puch noch ein 125er Postmodell und eine 125er Moto Cross Maschine zu sehen!

 

Dann hätten wir mal die Puch Maschinen abgeschlossen, nun mal zu den Rennmaschinen, aus Hockenheim kamen eine AJS 7R Boyracer 350 aus 1949, eine Norton Manx 350 aus 1960, eine Ducati 750 S, und noch drei weitere Maschinen, die wir uns noch ein wenig genauer anschauen!

 

Fangen wir mal mit der Moto Guzzi "Cambalughino" an, aus 1949 mit der in Österreich unter anderem der nachmaligen Weltmeister Rupert Hollaus und seinFreund Alex Mayer fuhren, und mit der Rupert auch seine ersten Siege einfuhr und schon auf sich aufmerksam machte.

Und was da natürlich gleich dazu gehört, die Rennfox, die ebenfalls aus Hockenheim kam, und zwar die Originale NSU Werks. Rennfox 125, mit der der Rupert Hollaus 1954 unter anderem die TT gewonnen hat, und eben Weltmeister wurde, 2004, also genau 50 Jahre, nachdem er auch im selben Jahr ums Leben kam, wurde der "Blauwahl" auch wieder auf bei der Lap of Honor auf der TT gefahren, auch Luigi Taveri fuhr sie am Salzburgring und auch heuer soll sie wieder gefahren werden! Dazu zur Maschine kam auch vom Bruder Reinhard Hollaus der originale Sturzhelm und Lederkombi, der vom Sturz in Monza beschädigt wurde, auch einige Pokale und Medaillen waren im Glaskasten zu bewundern.

Zu guter Letzt auch aus Österreichischer sicht noch einen ganz besonderen Bahnrenner, und zwar ein Eigenbau des erfolgreichsten österreichischen Bahnrennfahrers, nämlich die "Schneeweiss" Spezial aus 1936 vom Martin Schneeweiss. Dieses Fahrgestell war gut 20 Jahre unschlagbar auf der Langbahn, und dieses Modell wurde Int. sehr erfolgreich vom oben genanten Martin Schneeweiss dem Erbauer bis zu seinem Todessturz 1947, und daraufhin vom Franz Dirtl bis zu seinem Tod 1956 eingesetzt.

Vom Faber Museum in Wien kamen zwei Werks Jawa's, eine 2 Zylinder Doppelnocke (DOHC) aus 1954 und eine V-4 aus 1969, und eine Honda CB 350 Junior Rennmaschine.

Aus dem Bestand des TMW eine Rotax Rennmaschine aus 1970, ein Rotax Kneeler Gespann, und Serien Maschinen wie eine IFA BK 350 oder eine sehr seltene Ariel 1000 4G "Square Four" aus 1956 usw..

Von der BMW Mobile Tradition kam ein RS 54 Renngespann oder die neue 4 Zylinder BMW, oder von der KTM Sportmotorcycle AG, also direkt aus Mattighofen, bzw. um das zu erwähnen, brachte mein Bruder, eine KTM R 100 aus 1953, das RC8 Superbike, eine 125 ccm Werks GP Maschine, die unter dem Australier C. Stoner sehr gut im Jahr 2004 in der WM bewegt wurde, auch die Werks KTM aus 2000 mit der der Franzose Thirrry Van den Bosch die Supermoto Europa-, Deutsche,- und Französische Meisterschaft gewann und 01 nochmal FRA Meister wurde. Ebenso 3 Rally KTM mit der man bei der Paris - Dakar die letzten Jahre siegte, auch darunter die Werks KTM vom Meoni, der ja seit Dakar leider nicht mehr unter uns weilt.

Schöne Engländerinnen waren natürlich auch da, wie die 3 Zylinder Triumph Trident mit Seeley Rahmen aus 1973 vom Hans Lengenfelder, der leider vor zwei Jahren einen Herzinfarkt hatte und deshalb seit her nicht mehr mit dem Sauberen Renner gefahren ist. Eine schöne Triumph Bonneville mit Mètisse Rahmen und Weslake Kopf ausgestattet und 700 ccm Hubraum war genau so zu sehen wie eine Triumph Tiger 100, eine BSA Gold Star 500 oder eine Vincent Black Shadow aus 1951.

Dragstars mit Lachgaseinspritzung, Harleys oder Turbos waren weiters auch noch zu sehen, genau so wie die Jawa Eigenbau WM Ice Speedway Maschine vom Harald Simon aus Pfaffenschlag, die neue 4 Zylinder BMW oder die YART (Yamaha Austria Racing Team) Yamaha R1 mit der man 2004 des öfteren am Podest der Langstrecken WM stand, oder in der Superbike WM Punkte sammelte.

Ich könnte jetzt noch mehr erzählen, aber irgendwann muss mal Schluss sein, und ich hoffe das wichtigste hab ich zusammengefasst und euch gefallen die Bilder. Also, sollte jemand von euch jetzt nicht dort gewesen sein, dann entweder ihr ärgert euch jetzt so richtig oder ihr lasst die Bilder auf euch wirken, wobei ich Zweites empfehlen würde!

Weitere Infos: www.tmw.at

 

Das Technische Museum Wien von außen, und man machte auch Werbung, nicht nur hier vorm Museum, sondern auch in ganz Österreich.

Eingang ist rechts, hier kommt man wieder raus!

Aus dem Hause KTM, und aus den ganz frühen Anfängen des Motorradbaus der Mattighofner, eine R 100.

Puch MC 250 "Replica", mit sowas wurde man Weltmeister

Wuchtige Engländer, die Vincent Black Shadow u. die Ariel 4 Zylinder

Schneeweiss Spezial, der Erfolgreichste Bahnrennen in Österreich.

Hollaus Rennfox mit dazugehörigen Bildern

9 + 10: Gehörd auch noch zur Maschinen, Hollaus Lederkombi, Helm und Pokale.

Schöne Renner, 2 mal aus Österreich und einmal aus England

Puch 250 SG als Schnittmodell

Puch 125, Ausführung als Postmodell

TF Gespann und Bilder aus alten Zeiten

Werks Puch, die Vorgängerin der TFS

16 + 17 Eine der Schönsten Puch's überhaupt, die 125er wassergekühlte Lady aus 1948

Die Weltrekord Puch, leider wurde nichts aus dem Weltrekord

Sieht man auch nicht alle Tag, eine Rotax Rennmaschine aus 1970

Werks Jawa, und BMW RS 54 Renngespann

Moto Guzzi "Cambalughino" 250

Triumph Seeley Trident aus 1973 vom Hans Lengenfelder

Triumph Tiger 100

Honda CB 750 Four

Ein Blick zu den Rollern

Rally Werksmaschaft von KTM

Icespeedway Eigenbau vom Harald Simon, Leistung bei 52 PS

YART Yamaha R1 von 2004

KTM RC8 990 Superbike, die neue Waffe gegen die Japaner

technisches museum wien

Text & Foto: Alex Linortner
Copyright: www.puchclub.de / Alex Linortner ©

letzte Aktualisierung: 24.10.2004 - S.(40)-
Die Titel - Story in Bildern und Begleittexten.

Aus einem Haufen Schrott soll sich was entwickeln!

Der Werdegang einer erfolgreichen Arbeit